Vita

Lebensweg

Heinz Gilges wird 1931 als Sohn des Architekten Wilhelm Gilges in Neuss geboren. Schon als Schüler des staatlichen Gymnasiums in Neuss wendet er sich der Malerei zu.


Von 1951 bis 1954 studiert er an der Werkkunstschule in Krefeld Architektur bei Professor Winter und besucht dort als Gastschüler auch die Malereiklasse von Professor Kadow. Ab 1954 arbeitet er dort als Meisterschüler.


Von 1955 bis 1956 wirkt er als freischaffender Künstler mit dem Schwerpunkt sakrale Kunst in Neuss und praktiziert seit 1956 als Architekt. In seiner Malerei entwickelt er sich von der Abstraktion zur gegenstandslosen Malerei, bis hin zur monochromen Minimalart.


„Die erste Ausstellung, die ausschließlich abstrakte Bilder präsentierte, ließ bis ins Jahr 1956 auf sich warten. Im Juni dieses Jahres zeigten Günter Wasserme und der Kadow Schüler Heinz Gilges in der Kunststube Ley konstruktivistische Arbeiten aus rasterhaften Quadraten.“

aus: Michaela Kalusok, „Kunst und Künstler in Neuss 1945 – 1960“


Von 1956 bis 1958 arbeitet er als Glasmaler beispielsweise für Kirchenfenster in Kaarst (St. Martinus), Kaarst-Vorst (St. Antonius) und Neuss (Kloster Kreitz). 1958 kauft die Stadt Neuss erstmalig ein Bild von Heinz Gilges für ihre Sammlung. 1973 werden drei seiner großformatigen weißen Bilder von der Jury für die Winterausstellung der Künstler in NRW im Kunstpalast Düsseldorf ausgewählt.


Nach der großen Einzelausstellung seiner „Weissen Bilder“ 1974 in der Neusser Galerie Küppers unterbricht Heinz Gilges für 25 Jahre sein künstlerisches Schaffen, um erst 1999 zunächst mit gegenständlicher Malerei wieder zu beginnen.


Ab 2002 macht er da weiter, wo er 1974 aufgehört hat: Konstruktivistische Tafelbilder, oft auch als Zweier- und Dreiergruppe (Diptychon und Triptychon) in minimalistischer Form- und Farbgebung, meist monochrom in spezieller Mischtechnik.


Seit 2005 erkennt man in den Tafelbildern von Heinz Gilges einen abgewandelten Stil seiner Malerei. Geblieben ist zwar die vorkonstruierte Komposition mit einfachen geometrischen Formen und die grundsätzliche Beschränkung auf Monochromie, aber die gewohnte Akkuratesse wird nun bewusst aufgegeben.


Ein mehr oder weniger freier Pinselstrich ersetzt Zirkel und Lineal. Die dargestellten geometrischen Flächen erhalten spontan entstandene aber gewollte Unregelmäßigkeiten, die Assoziationen an archaische Ausdrucksweisen zulassen. Die nun in seinen Kompositionen hinzukommenden schwarzen Teilumrandungen sollen den Bezug zum jeweils gewählten Bildformat unterstreichen. Sie stärken aber auch den „archaischen“ Gesamteindruck.


Waren die Arbeiten von Heinz Gilges bisher nur durchnummeriert, so verleiht er ihnen nun Titel, wie „Menhir“, Taula“ oder „Totem“ die an mythologisches erinnern.


Durch seinen abgewandelten Malstil gewinnen die Bilder von Heinz Gilges an Tiefe und Spontaneität. Er will zwar, wie er betont, grundsätzlich dem Prinzip der Flächenbezogenheit und der vorkonstruierten Komposition treu bleiben, er gönnt sich aber ein paar Freiheiten davon.


Seit 2007 findet der Maler allerdings wieder zu seinem ursprünglichen streng geometrischen, meist symmetrischen Stil, ohne die schwarzen Teilumrandungen, zurück.


Ab 2014 kehrt er noch weiter zu seinen Wurzeln zurück und kreiert eine Symbiose seiner Ausdrucksweise der 50er Jahre mit den minimalistisch geometrischen Arbeiten der späteren Periode. Es kommt wieder mehr Farbe ins Spiel, er tauscht den Pinsel gegen die Sprühdose ein.


Seit Ende 2015 entdeckt er die Holztafel als geeigneten Malgrund für seine Bilder. „Nun sind es wirklich Tafelbilder“ meint er dazu.